„Die Brücke“ – Filmvorführung eines DEFA-Filmes zur Heimatvertreibung

Am 23. März 2017, um 19 Uhr wird im Gemeindesaal der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Neustadt an der Orla (Kirchplatz 2) ein Film aus dem Jahr 1949 gezeigt, der sich als einzige DDR- Produktion mit dem Thema Heimatvertreibung beschäftigt.

"Die Brücke" ist ein deutscher Spielfilm der DEFA, der unter der Regie von Arthur Pohl entstand und 1949 in die Kinos kam. Gedreht wurde er 1948 in Zehdenick an der Havel und zum großen Teil in Wusterhausen/Dosse. Er erlebte am 28. Februar 1949 im Berliner Filmtheater am Friedrichshain seine Premiere.

Zum Inhalt des Filmes: Eine Gruppe von Umsiedlern kommt nach dem Krieg in einer mitteldeutschen Kleinstadt an, froh, ein neues Zuhause gefunden zu haben. Den Neuankömmlingen, die in einem Umsiedlerlager unterkommen, das mit einer Brücke vom eigentlichen Ort getrennt ist, schlägt Misstrauen und Ablehnung der Dorfgemeinschaft, ja sogar Hass entgegen. Auch der Sprecher der Umsiedler, Michaelis, kann trotz seines Engagements kaum ein Umdenken bei den Erwachsenen bewirken, ist aber immer um ein gutes Zusammenleben bemüht. Seine Tochter Hanne verliebt sich in Martin, den Neffen des Bürgermeisters. Der wird auch von der Gastwirtin des Ortes Therese umworben. Als sich Martin für Hanne entscheidet, lässt Therese aus Rache die Brücke ansägen - Michaelis verunglückt daraufhin auf der Brücke tödlich. Bei einem verheerenden Feuer in der Stadt leisten die "Neuen" trotz aller Schikanen Hilfe und schlagen damit eine Brücke zu einem gemeinsamen Leben. (Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Der hier verwendete Begriff "Umsiedler", der verständlicherweise immer wieder Missfallen unter den Betroffenen hervorruft, wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im Herbst 1945, von der sowjetischen Besatzungsmacht für die Besatzungszone angeordnet. Alle deutschen Flüchtlinge oder Heimatvertriebenen wurden damit in der DDR als Umsiedler geführt.

Die Filmvorführung beendet die Ausstellung "Angekommen" der Stiftung "Zentrum gegen Vertreibungen" im Museum für Stadtgeschichte. Zu sehen ist diese im Museumssaal noch bis zum 26.03.2017. Eintrittskarten zum Preis von 4 Euro können in der Touristinformation erworben werden. Sie berechtigen auch zum Eintritt in die Ausstellung "Angekommen".

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