Auf der Suche nach Ariern

- Thüringer Literatur- und Autorentage mit Mo Asumang -

Am Montag, 29. Mai 2017, kommt die TV-Moderatorin, Regisseurin, Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin Mo Asumang zu Lesung und Gespräch in die Stadtbibliothek Neustadt an der Orla.
Die Gemeinschaftsveranstaltung der Stadtbibliothek mit dem Lese-Zeichen e. V. anlässlich der 20. Thüringer Literatur-und Autorentage beginnt um 19.30 Uhr.

In ihrem Buch "Mo und die Arier. Allein unter Rassisten und Neonazis" begibt sich Mo Asumang auf die Suche nach Bedeutung und Herkunft des Begriffs "Arier" und hinterfragt dabei ihre eigene Identität als Deutsche mit ghanaischen Wurzeln. Durch die aufrüttelnde Erfahrung einer gegen sie ausgesprochenen Morddrohung zutiefst verstört, beschließt Mo Asumang, sich nicht mehr in die Opferrolle drängen zu lassen und den Ursprüngen von Fremdenfeindlichkeit aktiv auf den Grund zu gehen. Während ihrer Spurensuche, die sie von Deutschland bis in die USA und in den Iran führt, konfrontiert sie Rassisten, Nazis, Pseudowissen-
schaftler und vor allem sich selbst mit der Frage nach dem Ursprung dieses Hasses.

Karten (6;- € / 5;- € ermäßigt) können in der Stadtbibliothek und in der Touristinformation im Lutherhaus erworben werden.

Mo Asumang wurde 1996 Deutschlands erste Afrodeutsche TV Moderatorin. Sie moderierte die Sendung "Liebe Sünde" mit einer wöchentlichen Einschaltquote von 2,0 bis 3,0 Millionen Zuschauer. Seitdem arbeitet sie als Moderatorin, Produzentin, Regisseurin, Schauspielerin und Dozentin. Als Schauspielerin ist
Mo Asumang u.a. in Roman Polanskis Film "The Ghostwriter" in der Rolle der
US Außenministerin Condoleezza Rice zu sehen.

Das Multitalent verbrachte aber in den letzten Jahren einen Grossteil ihrer Zeit damit, sich dem Thema Rassismus und Integration zu widmen. Auslöser dafür war eine Morddrohung der Neo-Naziband "White Aryan Rebels", die in einem Lied sangen: "Die Kugel ist für Dich, Mo Asumang". Dieser Schock inspirierte Mo zu einer filmischen Spurensuche "Roots Germania” nach Ihrer Identität als schwarze Deutsche.

In ihrem Dokumentarfilm "Road to Rainbow" - Willkommen in Südafrika" (2010) hinterfragt Mo Asumang, wo nach Ende der Apartheid in Südafrika der Traum von Gleichberechtigung geblieben ist. Ihre Suche nach sozialer Gerechtigkeit kommt nicht von ungefähr. Mo kam mit nur fünf Wochen ins Kinderheim, wurde von Pflegeeltern und ihrer Oma aufgezogen. Themen wie Courage, Gerechtigkeit oder soziales Engagement sind in ihr tief verwurzelt.

In Ihrem neuesten Dokumentarfilm "Die ARIER" (2014, "Grimme Preis"-nominiert 2015), in dem Mo internationale Rassisten, den Ku Klux Klan und in die wahren Arier trifft, spürt man neben der Aktivistin und Filmemacherin immer auch den empfindsamen Menschen. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit, besucht Mo weltweit Schulen und Universitäten, um sich für Integration stark zu machen und das Thema Rassismus mutig von einer neuen Perspektive anzugehen.

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