Das Songbook des Nobelpreisträgers

MasterPeace interpretieren am 20. Oktober im AugustinerSaal
- Bob Dylan -

Im Herbst vorigen Jahres war Bob Dylan in aller Munde. Allerdings wurde er nicht zum wiederholten Mal als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt, sondern erhielt die weltweit höchste Auszeichnung für Literatur tatsächlich. Sofort sagten die einen, dass er dies als Musiker gar nicht verdient habe. Die amerikanischen Romanschriftsteller könnten ihre Hoffnung auf den Preis nun auf Jahre begraben. Andere hingegen meinten, dass der Nobelpreis den weltberühmten Preisträger für sein Renommee dringender benötige als der Geehrte diesen Preis. Recht haben sie!

Seit rund 60 Jahren schreibt die amerikanische Folk- und Rocklegende großartige Songtexte und die zugehörige Musik. Bob Dylans "Like a rolling stone" von 1965 wurde zum besten Song des 20. Jahrhunderts gekürt. Mehrere hundert Titel hat er als Solist mit Gitarre und Mundharmonika sowie mit verschiedenen Bands eingespielt, darunter so unvergängliche wie "Blowin’ in the wind" (1963). Kontinuierlich erscheinen seit 55 Jahren Dylans Alben. Viele seiner Lieder sind Standards geworden, die immer und immer wieder von anderen Künstlern interpretiert werden, überall auf der Welt. Zu ihnen gehört auch die amerikanische Rock-Ikone Patti Smith, die zur Preisverleihung in Stockholm im Dezember 2016, der Dylan bekanntlich fernblieb, dessen Antikriegssong "A Hard Rains a-Gonna Fall" intonierte. Nach der eindringlich vorgetragenen ersten Strophe musste die Künstlerin in Anwesenheit des schwedischen Königspaares und vor den Augen der Weltöffentlichkeit im Überschwang ihrer Emotionen erst einmal abbrechen.

Während sich Dylan auf seiner "Never ending Tour" befindet - er spielt zwischen dem 13. Oktober und dem 16. November 2017 insgesamt 21 Konzerte in den Vereinigten Staaten - erklingt seine Musik am 20. Oktober 2017 im Neustädter AugustinerSaal. Gesungen werden seine Lieder auch hier von einer Frau, Steffi Breiting. Die Sängerin von "Moods of Ally" hat eine voluminöse Sopranstimme, voll im Volumen, rau in der Färbung und leicht kehlig. Breiting setzt andere Akzente als Patti Smith und wird Dylan dennoch in ganz eigener Weise gerecht.

Dies ist möglich, weil sie Teil eines spannenden musikalischen Projekts ist, das lange vor Dylans Nobelpreisehrung auf den Weg gebracht wurde - die Band "MasterPeace". Hier spielen exzellente Musiker aus verschiedenen Formationen und mehreren Ländern zusammen, deren musikalische Leuchtfigur über Jahre hinweg Bob Dylan ist. Wolfram Bodag an Orgel, Piano und Harp von der Berliner Bluesband "Engerling" gehört dazu. Der britische Schlagzeuger Jeff Allen ist dabei, einst bei "East of Eden" und gemeinsam mit dem Bassgitarristen Kuma Harada aus Japan seit Jahren auch weltweit erfolgreich unterwegs. Sie spielen, wenn "MasterPeace" nicht auf Tour ist, unter anderem in der Band des britischen Blues-Stars Snowy White und mit Ex-Rolling Stone Mick Taylor. Vierter im Bunde ist der deutsche Gitarrist Tobias Hillig, der wie Steffi Breiting auch mit "Moods of Ally" musiziert.

"MasterPeace" ist keine Cover-Band. "Die Lieder sind neu arrangiert und bekommen eine ganz eigene Note," betont Tobias Hillig, der das Projekt initiierte. Zu den ausgewählten Songs gehören die Klassiker "All along the Watchtower" und "Like A Rolling Stone", aber auch weniger gängige Titel, die dem echten Dylan-Fan dennoch geläufig sein dürften. Hierzu zählen etwa die "Ballad of a Thin Man" vom 1965er Album "Highway 61 Revisited" oder das 1983er Stück "License to kill". Bob Dylan ist einer der einflussreichsten Künstler unserer Zeit, dem sich kaum ein Musiker entziehen kann. "MasterPeace" verstehen ihr Programm als Verbeugung vor einem geistigen Riesen der Musik. Man darf sich auf ein großartiges musikalisches Ereignis freuen, das

am 20. Oktober 2017 um 19.30 Uhr im AugustinerSaal

zu Neustadt an der Orla seinen Lauf nimmt.


Karten hierfür sind im Vorverkauf in der TouristInformation im Lutherhaus und an der Abendkasse erhältlich.

Prof. Dr. Werner Greiling

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