Neustadt an der Orla

Geschichte des AugustinerSaals

Von der Klosterkirche zum Festsaal

Die Klosterkirche ist der einzige erhaltene Rest des im 30jährigen Krieg zerstörten Augustiner-Eremitenklosters, welches 1294 gegründet wurde. Es war der einzige monastische Konvent in der Stadt und hat seine Bedeutung aus den wirtschaftlichen Beziehungen zur Region erhalten. Mit den reformatorischen Ereignissen löste sich das Kloster in Neustadt als erster Thüringer Konvent auf. Die das Kirchenschiff trennende Tordurchfahrt wurde mit dem Bau eines Schlosses der Herzöge von Sachsen-Zeitz-Pegau-Neustadt im südlichen Teil des Geländes 1674 angelegt, als Neustadt zu dessen Sekundogenitur gehörte. Nach mehreren Umnutzungen seit dem 18. Jahrhundert beherbergt das Schloss heute eine moderne Ganztagsschule. Der Westteil der Klosterkirche dient heute als AugustinerSaal mit dem angrenzenden Funktionsgebäude.

12. Jahrhundert
Errichtung einer Burganlage als Erweiterung der Arnshaugker Burg.

1294
Landgraf Albrecht von Thüringen und seine Gemahlin Elisabeth die Ältere von Arnshaugk stellen diese Anlage zur Errichtung eines Klosters dem Augustiner-Eremiten-Orden zur Verfügung.

Ab 1471
Kloster- und Kirchenneubau.

1494
Südliche Klostergebäude fertig ausgebaut.

1502
Gewölbe unter der Klosterkirche fertiggestellt. Der Innenausbau der Kirche wurde durch die einsetzende Reformation gestoppt und danach nicht wieder aufgenommen.

1516/1524
Martin Luther weilte für einige Tage im Kloster.

1524
Das Kloster steht kurz vor seiner Auflösung. Es beherbergt nur noch vier Mönche.

1528-ca. 1540
Das Areal bietet dem ersten evangelischen Pfarrer eine Wohnung. Die Kirche wird zu gottesdienstlichen Zwecken als Stadtkirche genutzt.

1531/1533
Endgültige Auflösung des Klosters.

1614-1624
Ernsthafte Anstrengungen durch die Neustädter Kirchgemeinde, die Klosterkirche für den Gottesdienst nutzbar zu machen. Der 30-jährige Krieg macht diese Bemühungen zunichte.

Mai 1640
Die Schweden plündern und brandschatzen Neustadt. Der Großteil des Klosterswird dabei zerstört.

1674
Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz kauft von der Stadt die Klosterruinen und errichtet ein Schloss.

1679
Fertigstellung des Schlosses.

1681
Nach dem Tode Herzog Moritz residiert sein Sohn Heinrich bis 1713 im Schloss.

1718
fällt das Gebiet an das Kurfürstentum Sachsen zurück.

1794
Mit dem Tode der Prinzessin Güntherine von Schwarzburg-Sondershausen endet die Hofhaltung.

1802
Der Amtssitz von Arnshaugk wird in das Schloss verlegt.

bis 1952
Sitz des Amtsgerichts.

1952/1953
Verwaltungssitz der Wismut.

1953-1957
Bezirksschule der FDJ.

1957-1985
Internat der Zentralberufsschule Neustadt (Orla).

1985-1988
Entkernungsmaßnahmen zur Errichtung einer Poliklinik. Der Bau wurde wegen fehlender Finanzierung eingestellt.

Ab 1990
Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen.

2007
Beginn des Ausbaus des Schlossgebäudes zur Schule.

22.08.2008
Eröffnung der Schloss-Schule der Arbeiterwohlfahrt. In mehreren Bauabschnitten wird die Schule seitdem ständig erweitert.

2013
Beginn des Ausbaus des westlichen Teils der ehemaligen Klosterkirche zu einem städtischen Gemeinde- und Festsaal.

22. März 2015
Feierliche Eröffnung des AugustinerSaals.