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Pressemeldungen

In der Erinnerungskluft zwischen Alex-Demo und Mauerfall

Pressemitteilung vom 21.10.2019

Foto: Nicole Sturz

Lesung und Gespräch mit Christoph Dieckmann

Am Donnerstag, den 7. November 2019, wird der Journalist und Autor Christoph Dieckmann zu Gast in der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla sein. 1956 in der ehemaligen DDR als Sohn eines Pfarrers geboren und deshalb nicht zum Abitur zugelassen, begann er eine Lehre als Filmvorführer. 1975 führte ihn sein Weg dann doch noch nach Leipzig zu einem Theologiestudium. Anfangs schrieb er für Kirchenzeitungen in der DDR, dann für die kulturpolitische DDR-Wochenzeitung "Sonntag" und bereits 1990 konnte er mittels Stipendium des US-amerikanischen World Press Institute für ein halbes Jahr die USA bereisen. Seit 1991 bei der Hamburger Wochenzeitschrift DIE ZEIT als Journalist tätig, schreibt der gebürtige Brandenburger heute als freier Autor besonders über die ehemalige DDR, die neuen Bundesländer, Musik und den Fußball des FC Carl Zeiss Jena.

In der Gemeinschaftsveranstaltung der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla und der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung wird Christoph Dieckmann zwei Tage vor dem 30. Jubiläum der friedlichen Revolution vom 9. November 1989 über die "Erinnerungskluft zwischen Alex-Demo und Mauerfall" erzählen. Dabei wird er Verschränkungen der Geschichte und Gegenwart thematisieren und unter anderem der Frage nachgehen, wie verlässlich unsere Erinnerungen sind. Die Grundlage hierfür werden seine Bücher "Mein Abendland. Geschichten deutscher Herkunft" und "Like a Rolling Stone: Dylan, Cocker, Springsteen - Weststars in der DDR" sein.

In "Mein Abendland. Geschichten deutscher Herkunft" zeichnet Christoph Dieckmann, der unermüdliche Chronist der ZEIT, Bilder von Wurzeln und Heimat, vom Staat der DDR und versucht die Gegenwart auch aus der Vergangenheit heraus zu erklären. Er führt nach Verdun oder Exjugoslawien, folgt den Spuren der Brüder Grimm, Rosa Luxemburg und Willy Brandt. "Mein Abendland" ist ein lebenspralles Buch über Identitäten, immer der eigenen Geschichte bewusst und weltoffen bemessen.

Im vergangen Jahr erschien "Like a Rolling Stone: Dylan, Cocker, Springsteen - Weststars in DDR" als gemeinsamer Band mit dem Fotografen Harald Hauswald. Hauswald fing Ende der 80er Jahre nicht nur das begeisterte Publikum der Rockkonzerte westlicher Idole inmitten der DDR ein, sondern fotografierte zudem die Musiker aus einer Nähe, die heute kaum mehr denkbar wäre. Ergänzt werden Hauswalds Aufnahmen in diesem Buch durch zeitgenössische Reportagen von Christoph Dieckmann und seinem aktuellen Essay über die politischen Hintergründe und die Freiheitskraft des Rock´n Roll.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla. Der Eintritt ist frei.