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Knau mit Posen & Bucha

Ortsteil Knau
© Stephan Umbach
Ortsteil Posen
Ortsteil Bucha

Ortsteil Knau

© Stephan Umbach

Knau liegt sehr idyllisch südwestlich von Neustadt am Hang des breiten Dreba-Grundes. Im Jahr 1378 wurde Knau als Klosterhof der Abtei Saalfeld erwähnt. Von hier aus wurde das große angrenzende Sumpfgebiet mit Damm- und Teichanlagen für die Karpfenzucht kultiviert. Jedoch belegen archäologische und baugeschichtliche Befunde, dass die Spuren der Besiedlung deutlich älter sind. Bereits im Jahr 1074 soll der heutige Ort Knau seine urkundliche Ersterwähnung als „Cinowa“ erfahren haben und kann somit 2024 sein 950jähriges Jubiläum feiern.

Knau wurde vom Kloster Saalfeld zu einem wichtigen Wirtschafts- und Verwaltungszentrum für das Plothener Teichgebiet entwickelt und war zugleich eines der größten Güter in Thüringen. Politischen Einfluss erlangte der Ort im späten 15. Jahrhundert mit der Familie von Gräfendorf.

Hans von Gräfendorf war als Rat und Kämmerer beim Kurfürst Johann dem Beständigen angestellt und gestaltete später durch Verhandlungen mit Martin Luther und Thomas Müntzer die Umbrüche der Reformationszeit für die Region mit.

Im Jahr 1601 wurde der einstige Klosterhof durch das Geschlecht derer von Brandenstein zum Rittergut. Noch heute kann man am repräsentativen Bauwerk des ehemaligen Rittergutes die Spuren seiner langen Geschichte ablesen. Der Festsaal, der sich als einer von ursprünglich zwei Sälen in der Anlage erhalten hat, gilt als größter freitragender Renaissance-Saal nördlich der Alpen.

Der spätere Umbau zu einem dreiflügeligen „Neuen Schloss“ im ausgehenden 18. Jahrhundert prägt bis heute das Erscheinungsbild des geschichtsträchtigen Ensembles, welches nach wechselvollen Ereignissen im Zweiten Weltkrieg und der darauffolgenden Enteignung, als Volkseigentum zur Forschungsstelle für Tierhaltung genutzt, nach der Wende von der Treuhand verwaltet wurde und erst im Jahr 1999 an die Gemeinde Knau überging.

Seitdem setzen sich ein Förderkreis und der Ortsteil Knau für den Erhalt und die Sanierung des Objektes ein. Sie beleben mit zahlreichen Veranstaltungen die historisch bedeutsame Anlage und schaffen somit einen kulturellen Kontenpunkt für die gesamte Region.

Die weitläufige Parkanlage des ehemaligen Rittergutes birgt außerdem bis heute rätselhafte Merkmale, die man wohl nur mit der Symbolsprache der Freimaurer entschlüsseln kann. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltete der damalige Gutsbesitzer, ein Angehöriger einer Loge, den Park mit seinem Wegesystem, der systematischen Anordnung von Baumgruppen und einer Grabanlage entsprechend der Freimaurersymbolik, die sich bis heute erhalten hat.

Ein historischer Rundwanderweg rings um Knau bietet zudem spannende Geschichten am Wegesrand. Der Rundwanderweg beginnt in der Parkanlage und führt anschließend weiter über den Töpfersberg und das Kleine Mordtal, wo sich der Volksmund erzählt, dass sich in der Frühzeit an diesen Stellen Opferrituale, Kulthandlungen und so mancher Konflikt abgespielt haben. Folgt man dem Weg, trifft man auf die 1998 stillgelegte Bahnlinie der Thüringer Oberlandbahn.

Seit 2013 stehen größere Streckenabschnitte und der Bahnhof von Knau unter Denkmalschutz und warten darauf, vielleicht eines Tages für den touristischen Wander- und Ausflugsverkehr aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden.

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Ortsteile Posen & Bucha

© Stephan Umbach

Zu Knau gehören außerdem die zwei Ortschaften Bucha und Posen. Die Ursprünge beider Orte liegen im frühen Mittelalter und sind, für den ostthüringischen Raum typisch, als Angerdorf angelegt. Zentral auf dem Dorfplatz stehen jeweils die Kirchen, welche in Bucha in der Romanik erbaut und später um 1735 barockisiert wurde. Die Kirche in Posen wurde 1871 erneuert. Im Jahr 1954 fand man bei Arbeiten zum Anlegen eines Wasserabflusses im Pfarrgarten von Posen einen Schatz mit 293 Silbermünzen. Die ältesten der Münzen stammen aus den Jahren 1471 bis 1516 und waren sogenannte Prager Groschen.