Neustadt an der Orla
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Stadt Neustadt an der Orla

Neujahrsempfang der Stadt Neustadt an der Orla 2019

Am Sonntag, den 06. Januar begrüßte Bürgermeister Ralf Weiße zirka 220 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang. Neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern konnte er auch Vertreter aus Politik, wie den Bundestagsabgeordneten Albert Weiler, den Landtagsabgeordneten Christian Herrgott, Landrat Thomas Fügmann sowie die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Kreistags- und Stadtratsmitglieder ganz herzlich begrüßen. Zudem waren die Schulleiter der Neustädter Schulen, Vertreter der Kirchen, Verbände und Vereine sowie der Wirtschaft anwesend.

Musikalisch umrahmt wurde der festliche Abend von der Hallenser Sopranistin Anne Katrin Taubert und ihrer Pianistin Besjana Cegrani. Beide brachten ein genreübergreifendes Programm zu Gehör, bei dem die Beatles genauso erklangen, wie die Christl von der Post. Zudem hielt der Abend einige Überraschungen bereit. So tanzte beispielsweise die Sopranistin mit dem Bundestagsabgeordneten einen Walzer.

Bürgermeister Ralf Weiße hielt folgende Rede:

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste,

seit dem 1. Juli des vergangenen Jahres darf ich unserer Stadt nun ganz offiziell als gewählter Bürgermeister vorstehen. Für dieses eindeutige Votum, das ich am 15. April von den Neustädter Bürgerinnen und Bürgern erhalten habe, möchte ich mich hier an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken. Ich bin froh, dass die unsägliche Zeit der Unsicherheit damit ein Ende gefunden hat und bedanke mich noch einmal bei allen, die mit mir gemeinsam das Schiff unserer Stadt über Wasser gehalten haben. Und natürlich ist es mir wichtig, Sie heute zum Neujahrsempfang über meine Vorstellungen, die Stadt auf dem Ozean der Kommunalpolitik zu navigieren, zu informieren. Auf einem großen Ozean begegnen einer Mannschaft aus Matrosen, dem Schiffskoch, dem Funker, den Offizieren, dem Navigator, dem Steuermann und dem Kapitän so manche Überraschungen: ruhige See, hohe Wellen, Untiefen, traumhafte Strände und das ein oder andere Kreuzfahrtschiff. Sie sehen, auf See ist immer viel los. So wie in einer Stadt, die sich ständig verändert. Und so möchte ich mit Ihnen gemeinsam auf unserer Seekarte kurz zurückblicken, aber viel mehr den Fokus auf die Dinge legen, die ich mir für unsere Stadt vorgenommen habe, auf die Dinge, die uns im kommenden Jahr erwarten.

Mein Credo für das vor uns liegende Jahr ist deshalb: "Wenn alle zusammen anpacken, dann geht es auch wieder voran", so wie bei einer Mannschaft auf hoher See. Und ich glaube sagen zu dürfen, viele hatten leider das Gefühl, dass es in den vergangen Jahren nicht so war. So lassen Sie uns gemeinsam den heutigen Abend nutzen, um ganz besonders den Blick nach vorn zu richten, auf die Aufgaben, die uns im Jahr 2019 erwarten. Lassen Sie uns also in der kommenden Stunde durch das Fernrohr blicken und Ausschau halten auf die Wünsche für unsere Stadt, auf gemeinsame Projekte und auf das Leben in unserem schönen Neustadt an der Orla.

Ich bin mir sicher, dass Sie den Jahresrückblick auf die Ereignisse der großen, weiten Welt schon aus Funk und Fernsehen bzw. aus der einschlägigen Presse entnommen haben, sodass ich in diesem Jahr getrost darauf verzichten kann. Denn ob Kriege und Terror - immer wieder stehen mit Syrien oder Afghanistan die gleichen Länder im Fokus wie im Jahr 2018, wenngleich ich die Dramatik sehe und mir der Folgen für die kommenden Generationen bewusst bin. Auch außenpolitisch haben Trump, Putin oder Erdogan die Schlagzeilen bestimmt und in unserem Land dominierten die Landtagswahlen in Bayern und Hessen sowie der schleichende Rückzug von Angela Merkel.

Aber auch das Thema Klimawandel füllte oft genug die Medien. Ob Sturmtief "Frederike" im Januar, oder Sturmtief "Fabienne" im September, welches auch hier in unserer Region für gewaltige Schäden gesorgt hat, wenn ich an die vielen abgedeckten Dächer und entwurzelten Bäume in der Gemeinde Dreba oder im Gewerbegebiet in Weira denke, ob der Supersommer, der sich eigentlich keine Pause gegönnt hat und uns selbst am 13. Oktober noch 28 Grad Celsius bescherte - Klimawandel, ja oder nein - daran scheiden sich die Geister.

Sportlich hielt das Jahr auch wieder Großereignisse bereit, allerdings mit unterschiedlichen Erfolgen für unsere Sportnation. Konnte bei den Olympischen Winterspielen noch gefeiert werden, so war bei den eingefleischten Fußballfans während der Fußballweltmeisterschaft die Trauer groß. Wenngleich es keinen direkten Einfluss auf unser Leben hatte.

Und auch große Persönlichkeiten haben sich von der Bühne des Lebens verabschiedet. Stellvertretend seien hier George W. Bush oder Kofi Annan aus dem weiten Feld der Politik und Rolf Hoppe und Dieter Thomas Heck aus dem künstlerischen Bereich genannt.

Meine Damen und Herren,

die Liste der Dinge, die die Welt und uns in Aufregung versetzte, die sicherlich ebenfalls erwähnenswert wären, könnte man beliebig weiterführen, doch das möchte ich, wie schon erwähnt, den einschlägigen Medien überlassen. Ich möchte in diesem Jahr vor allen Dingen das Augenmerk auf unsere Stadt Neustadt richten. Mich mit den Dingen beschäftigen, die die Stadt im vergangenen Jahr bewegt haben und Ihnen einen Ausblick auf das geben, was uns im Jahr 2019 erwartet.

Liebe Neustädterinnen und Neustädter, liebe Gäste,

wie bereits erwähnt, ist in diesem Jahr der Neujahrsempfang ein wenig anders gestaltet. Ich möchte mir mehr Zeit für die Dinge in und um Neustadt nehmen, etwas intensiver auf den einen oder anderen Punkt eingehen und Sie zwischendurch bei schöner Musik immer mal wieder verschnaufen lassen. Aber keine Angst, wer möchte, wird selbstverständlich zum "Tatort" wieder zu Hause sein. Allerdings würde ich mich freuen, wenn ich im Anschluss an die Rede, mit Ihnen eine zwischenzeitliche Tradition fortsetzen dürfte, gemeinsam auf das neue Jahr anstoßen zu könnten. Ich lade Sie auf jeden Fall jetzt schon dazu ein.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

"Entweder wir finden einen Weg, oder wir machen einen." Dieser Ausspruch stammt von Hannibal, bekannt als großer Feldherr der Antike. Obwohl er diesen Satz wahrscheinlich in einem anderen Zusammenhang meinte, gefällt mir dieser Gedanke und gibt meine persönliche Philosophie wieder. Und genau diese Herangehensweise war mir bei einem Thema wichtig, dass unsere Stadt im vergangenen Jahr beschäftigt hat wie kein andres - die Gemeindegebietsreform. Im Rahmen dieser freiwilligen Gemeindeneugliederung haben wir zum 1. Mai 2018 und zum 31. Oktober 2018 Anträge zur Fusion mit Stanau, mit Linda (mit Köthnitz, Steinbrücken und Kleina), mit Dreba und mit Knau (mit Bucha und Posen) gestellt.

Da die Gemeinde Stanau im Rahmen der sogenannten zweiten Freiwilligkeitsphase nach Neustadt an der Orla gekommen ist, bedeutet dies, das Stanau bereits seit dem 1. Januar 2019 ein neuer Ortsteil von Neustadt ist, währenddessen die anderen Gemeinden im Rahmen der dritten Freiwilligkeitsphase zu uns kommen und deshalb ab dem 1. Januar 2020 zu uns gehören werden. So möchten wir heute ganz offiziell zum Beginn dieses Neujahrsempfangs alle "Stanauer" ganz herzlich in Neustadt begrüßen. Wir wissen, dass wir mit der Gemeinde Stanau ein tollen Ortsteil dazu bekommen haben, denn wir kennen uns als erfüllende Gemeinde schon seit Jahren und wissen, was wir voneinander haben. Für diejenigen, die mit dem Begriff der erfüllenden Gemeinde nichts anfangen können, möchte ich es kurz bildlich erklären: Im Prinzip haben wir für Stanau bisher schon die Wäsche gewaschen, und nun seit dem 1. Januar bügeln wir sie noch mit. In diesem Sinne und mit diesem kleinen Spaß darf ich Dich, liebe Gudrun Kraft, als Bürgermeisterin kurz nach vorn bitten.

Bürgermeister Ralf Weiß und die Ortsteilbürgermeisterin Gudrun Kraft mit dem neuen Ortschild von Stanau

Gudrun Kraft ist seit 1979 Bürgermeisterin von Stanau, von 1979 bis 1994 war sie hauptamtliche Bürgermeisterin und ab 1994 im Ehrenamt tätig. Natürlich wird Gudrun Kraft auch nach der Fusion Ansprechpartnerin für die Menschen in Stanau bleiben, sie wird bis zum Ende ihrer Amtszeit als Ortsteilbürgermeisterin weiterhin fungieren. Und ich darf an dieser Stelle noch verraten, dass Gudrun Kraft am morgigen Tag noch ein Grund zum Feiern hat, denn sie hat morgen Geburtstag.

Auch die Bürgermeister der zukünftigen neuen Ortsteile stoßen mit Hauptamtsleiterin Heike Jansen-Schleicher an

Meine Damen und Herren,

bei allem Spaß war das Ganze natürlich schon harte Arbeit. Letztlich angestoßen durch die Thüringer Landesregierung, haben wir uns intensiv mit dem Thema befasst, haben immer wieder Gespräche geführt, haben gemeinsam mit den Bürgern und den Gemeinderäten diskutiert und verhandelt, haben uns letztlich auf einen gemeinsamen Weg für die Zukunft verständigt. Die Gespräche und Verhandlungen haben dabei immer auf Augenhöhe stattgefunden, waren geprägt vom Willen zu einem Konsens. Natürlich ist nicht jeder Bürger, besonders in den Gemeinden, von dem gemeinsamen Weg überzeugt, aber gerade hier wird es darauf ankommen, durch gute und transparente Arbeit, die Menschen unserer neuen Ortsteile mitzunehmen und von den Vorteilen, die diese Fusion mit sich bringt zu überzeugen. Ich möchte an dieser Stelle allen Bürgerinnen und Bürgern der auch künftig hinzukommenden Gemeinden sagen: Die Stadt Neustadt an der Orla freut sich auf Sie alle und ich möchte Ihnen versichern, dass die Eigenheiten, die Traditionen jedes einzelnen Ortsteiles erhalten bleiben. Damit dies aber alles gelingen kann, wird es ganz wichtig sein, dass alle Bürgerinnen und Bürger mit anpacken, sich weiterhin wie bisher für ihre Gemeinde engagieren und dabei helfen, den ganz eigenen Charakter ihres Ortes zu erhalten. Ich bin mir sicher, dass uns dies gemeinsam gelingen wird. So freue ich mich auch auf die lebendigen Begegnungen mit Linda, Dreba und Knau.

Auch möchte ich an dieser Stelle noch ein Wort zu den Gesprächen mit unserer Nachbargemeinde Trockenborn-Wolfersdorf sagen. Nachdem die Gemeinde vor fast zwei Jahren auf uns zukam, befinden wir uns in Gesprächen mit dem Gemeinderat, mit einer unglaublich engagierten Arbeitsgruppe und den Menschen der Gemeinde. Ich habe leider eine immer größer werdende Verunsicherung bei den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde gespürt. Dies kam aus meiner Sicht besonders durch das gezielte Schüren von Ängsten, besonders auch durch verantwortliche Politiker. Natürlich werfen kreisübergreifende Fusionen noch einmal ganz andere Fragen auf, und natürlich wird kein Landkreis oder keine Verwaltungsgemeinschaft  "Hurra" schreien, wenn man eine Gemeinde verliert. Aber gerade hier ist das Land Thüringen gefragt, entsprechende Unterstützung zu geben. Zum Schluss jedoch sollte der Wille der Menschen entscheidend sein. Von daher wünsche ich mir für den Bürgerentscheid in Trockenborn-Wolfersdorf am 27. Januar 2019 ein klares Votum, egal in welche Richtung es letztlich geht. Und diese demokratische Entscheidung muss von allen akzeptiert  und mit umgesetzt werden, sonst wird es nicht funktionieren.

Sehr geehrte Gäste,

wenige ganz interessante Zahlen möchte ich Ihnen im Zusammenhang mit der Gemeindegebietsreform noch mit an die Hand geben. Die Stadt Neustadt an der Orla erstreckt sich momentan über eine Fläche von 36 km², mit allen feststehenden Neustrukturierungen umfasst dann das Gemeindegebiet über 80 km². Der momentane Besitz der Stadt Neustadt an Waldflächen beträgt 280 ha und wird mit den vollzogenen Neugliederungen fast 450 ha betragen. Zum 31.12.2018 betrug die Einwohnerzahl von Neustadt an der Orla 8 223 Einwohner. Mit allen Reformen wird die Einwohnerzahl zirka 9 700 Einwohner betragen.

An diesen wenigen Zahlen können Sie also schon erkennen, wie sich die Stadt verändern wird und welche Herausforderungen auf uns alle zukommen werden. Ich bin aber felsenfest davon überzeugt, dass sich ganz viele Chancen ergeben werden und der Status von Neustadt an der Orla in Zukunft ändert, von dem letztendlich alle Ortsteile, alle Mitbürger und alle ansässigen Gewerbe, Vereine und Verbände profitieren werden.

Meine Damen und Herren,

wichtig für die Entwicklung unserer Stadt mit ihren Ortsteilen sind natürlich wie immer auch die Baumaßnahmen. Sie und ihre damit einhergehenden Veränderungen sind es, die die Menschen aus unserer Stadt, aber auch die Gäste, die zu uns kommen, zuerst wahrnehmen. So bot das vergangene Jahr Zeit, Ideen zu entwickeln und verschiedene Projekte für die kommenden Jahre vorzubereiten. Aber auch die realisierten Maßnahmen waren eher weniger in der Stadt oder den Ortsteilen zu sehen.

Ich denke da an die Arbeiten im Rahmen des Hochwasserschutzes im Bereich "Bessers Wiesen" oder im Mühlengrund in Neunhofen. Ein weiteres Thema war im vergangenen Jahr auch die Dorferneuerung in unseren Ortsteilen Breitenhain und Strößwitz. Hier wurden die Planungen für die teilweise Offenlegung des Breitenhainer Baches vorangetrieben und die Maßnahme "Platzgestaltung am Anger" in Strößwitz umgesetzt. Endgültig fertiggestellt werden soll die Maßnahme bis März dieses Jahres.

So zeigen die Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung auch, wie wichtig uns unsere Ortsteile sind. Dies wurde auch in Neunhofen deutlich, wo es nach den Maßnahmen des Zweckverbandes und des Straßenbauamtes nun darum geht, die Straßen wieder in einen vernünftigen Zustand zu versetzen. Die eine oder andere Straße wurde bereits fertiggestellt, die Restlichen sollen gemeinsam mit dem Zweckverband 2019 ebenfalls wiederhergestellt werden.

Auch die ein oder andere private Maßnahme hat  Veränderungen ergeben.
Da denke ich zum Beispiel an den neuen "Aldi-Markt" oder an verschiedene Maßnahmen im Innenstadtbereich. Diese soll auch zukünftig im Fokus stehen. So ist es uns gelungen, das Quartier Brauhausgasse, das seit vielen Jahren ein Schandfleck in unserer Stadt ist, durch Zwischenerwerb zu bereinigen und an einen Investor zu veräußern. Hier soll in den nächsten Jahren der Umbau des Quartiers mit neuen Wohnungen, viel Licht und viel Grün erfolgen. Dies wird für den Investor sicherlich eine große Herausforderung, denn es sind auch hier viele denkmalschutzrechtliche Dinge zu beachten und da wird es wichtig sein, diese Baumaßnahme entsprechend durch uns zu begleiten und zu unterstützen.

Eine weitere wichtige und zugleich auch viel diskutierte Maßnahme ist die Neugestaltung unseres Marktplatzes. Im Rahmen eines Wettbewerbes hatten sich elf Büros mit einem Entwurf beteiligt. Eine Jury hatte dann aus den eingereichten Arbeiten den Entwurf eines Münchener Architekten als Siegerentwurf gekürt. Dieser soll nun die Grundlage für die weiteren Planungen sein. Denn die bereits beim Entwurf geführten hitzigen und emotionalen Diskussionen zeigen einmal mehr, wie sehr diese Maßnahme die Menschen in unserer Stadt bewegt.

Aber ich bin überzeugt davon, dass es richtig ist, die Neugestaltung unseres Marktplatzes jetzt anzugehen. Die Notwendigkeit, gerade im Hinblick auf die bisherigen Unterhaltungskosten, sowie die momentan noch ausgereichte Förderung sind, glaube ich, gewichtige Gründe, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Natürlich werden wir darauf achten, dass kostenseitig mit Augenmaß und Vernunft gearbeitet wird. Aber ich  bin mir sicher, dass ein erneuerter Marktplatz zu vielen positiven Effekten führen wird und Potenzial für die weitere Entwicklung unserer historischen Innenstadt bietet. Und auch hier wird es im Jahr 2019 wieder verschiedene Maßnahmen privater Investoren geben, denen ich an dieser Stelle auch wieder meinen herzlichen Dank aussprechen möchte.

Ohne das Engagement und die Bereitschaft im Innenstadtbereich zu investieren würde unsere Stadt an vielen Stellen nicht so aussehen, wie sie dies momentan tut. Deshalb wird es zukünftig auch verstärkt darauf ankommen, die Bauherren entsprechend zu unterstützen. Und wie wichtig mir auch persönlich unsere Innenstadt ist, haben Sie sicherlich schon bemerkt, denn eine Belebung wird uns nur gelingen, wenn die baulichen Grundlagen gelegt sind.

Ein weiteres Thema wird die Entwicklung im Bereich Bahnhof und Busbahnhof sein. Auch hier gibt es natürlich großen Handlungsbedarf, wenn ich allein an das Erscheinungsbild des Bahngeländes denke. Ich glaube jeder Gast, der am Bahnhof in Neustadt ankommt, hat das Gefühl, dass der Krieg gerade zu Ende gegangen ist. Das kann so nicht bleiben und das müssen wir ändern.

In diesem Zusammenhang wollen wir natürlich auch die Problematik des innenstadtnahen Parkens mit betrachten. Dazu sollen der Platz am Rodaer Tor sowie der Lindenplatz in die Planungen einbezogen werden, um geordnetes Parken auf gestalteten Plätzen zu ermöglichen. Denn eine belebte Innenstadt bedeutet eben auch den Bedingungen der heutigen Zeit zu entsprechen. Unverständlich ist für mich an dieser Stelle die Politik von Bahn und Bund. Zum einen rüstet man die Infrastruktur der Bahn in den Großstädten immer weiter auf, zum anderen lässt man im ländlichen Bereich alles verkommen. Wenn ich daran denke, dass man mit dem Zug von Erfurt nach Berlin 1 ¾ Stunde unterwegs ist, von Erfurt nach Neustadt wahrscheinlich den ganzen Tag, da kann wohl was nicht stimmen. Zur Belebung des ländlichen Raumes gehört eben auch die Anbindung durch Bus und Bahn. Und wenn man dies nicht irgendwann begreift, werden die Grundstückspreise in den Großstädten weiter ins unermessliche steigen, egal welche Wohnungsbauprogramme man auflegt.

Der ländliche Raum muss attraktiv gestaltet werden, dies gelingt allerdings nicht damit, dass man ihn mit Windrädern zupflastert. Und weil wir einmal bei Schandflecken sind, möchte ich noch etwas zu einem weiteren Schandfleck in unserer Stadt sagen: das ehemalige Zeissgelände in der Gerberstraße. Auch dieses Gebiet werden wir im kommenden Jahr in Angriff nehmen und versuchen über entsprechende Altlasten und Wertgutachten eine Lösung zu finden. Leider wird auch hier durch den Besitzer seit Jahren nichts getan, der Satz "Eigentum verpflichtet!" stellt sich da manchmal eben einfach nur als eine schöne Phrase dar. Dies betrifft im Übrigen auch das Gebiet gegenüber unserer ehemalige "Stadthalle". Allerdings sind wir hier inzwischen in guten Gesprächen, sodass wir davon ausgehen, dass im Jahr 2019 sich hier eine Lösung abzeichnet. In meinen Bemühungen hierzu werde ich auch da nicht nachlassen.

Beigeordneter Udo Schedlinski im Gespräch mit Landrat Fügmann

Doch kommen wir nun zu einigen Hochbaumaßnahmen die im Jahr 2019 umgesetzt werden sollen. So wollen wir auch 2019 wieder in den Kinderhort investieren. Das Dach und die Fenster sollen im Objekt Kirchplatz 3/4 erneuert werden. Da dies bei der Sanierung 2006 aus Kostengründen nicht realisiert wurde, muss dies eben jetzt nachgeholt werden. Des Weiteren wollen wir uns mit dem Durchgang und dem Turm unserer Klosterkirche befassen. Denn wenn im Februar der letzte Bauabschnitt unserer AWO-Schlossschule fertiggestellt sein wird, möchten wir natürlich auch das Gesamtensemble zum Abschluss bringen.

Im Tiefbaubereich werden wir neben den Oberflächensanierungen bei verschiedenen Straßen auch den Ausbau des Geh- und Radweges in der Triptiser Straße angehen. Hier ist allerdings geplant, die Maßnahme auf zwei Jahre zu verteilen, sodass wir sie 2020 abschließen wollen. Damit soll dann eine vernünftige Radwegverbindung von der Innenstadt bis zum Gewerbegebiet für unsere Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.

Ganz wichtig und für alle im Stadtgebiet sichtbar sind die Maßnahmen im Rahmen des Breitbandausbaus. Bereits im letzten halben Jahr hat es viele Einschränkungen diesbezüglich gegeben. Leider werden diese auch im ersten Quartal 2019 noch anhalten. Aber, und ich glaube das ist letztlich entscheidend, es wird dann spätestens ab Mitte des Jahres schnelles Internet für die Neustädter Bürger und für die Neustädter Unternehmen zur Verfügung stehen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit.

Liebe Gäste,

natürlich werden 2019 noch viele kleinere Baumaßnahmen hinzukommen, die jetzt hier nicht erwähnt wurden. Dazu gehören neben privaten Baumaßnahmen auch Maßnahmen anderer Träger. So musste ich mich auf die größeren Projekte beschränken. Aber Sie haben sicherlich bemerkt, dass wir in Neustadt wieder viel mehr und viel intensiver Dinge umsetzen und bewegen möchten. Ich möchte Sie ermutigen, gemeinsam mit allen engagierten Kräften, unsere Stadt Neustadt an der Orla weiterzuentwickeln, voranzubringen und positiv zu gestalten. Ich persönlich werde alles hierfür tun und nicht nachlassen, Begleiter, Motivator und Ideengeber zu sein.

Und damit entlasse ich Sie zunächst einmal wieder in die Welt der Musik, allerdings nicht ohne ein passendes Zitat: "Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind sie schwierig".

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,

nachdem Sie sich bei wunderschöner Musik ein wenig ausruhen durften, kommen wir nun wieder zu Neustädter Themen. Und da ich Sie im ersten Teil mit den gemeindlichen Neugliederungen und den baulichen Veränderungen vertraut machen durfte, soll nun ein weiterer, ganz wichtiger Teil in unserer Stadt in den Fokus gerückt werden. Und Sie können sich sicherlich denken, was ich meine, ja natürlich meine ich unser Kulturleben. Dass dieses in unserer Stadt Neustadt einen besonderen Stellenwert einnimmt, hat sich, so glaube ich, in der Region herumgesprochen. Hierzu gehört die ganze Bandbreite von Karneval bis zum Sinfoniekonzert, vom Vereinsfest bis zum Adventsmarkt.

Den Beginn im Jahr 2018 machte natürlich unser Karneval, mit zahlreichen Veranstaltungen aller städtischen Karnevalsvereine und natürlich dem großen Karnevalsumzug. Wie in jedem Jahr möchte ich auch heute die Gelegenheit nutzen und allen aktiven Karnevalisten mein allergrößten Respekt zollen. Vielen Dank für das riesige Engagement und die Bereitschaft, jedes Jahr aufs Neue Verantwortung zu übernehmen, um in unserer Stadt die schöne Tradition des Karnevals zu erhalten. Und weil wir gerade bei Tradition sind, darf ich an dieser Stelle auch allen Karnevalisten der Duhlendorfer Karnevalgesellschaft nochmal herzlich zum 65jährigen Jubiläum gratulieren, verbunden mit dem Wunsch nicht nachzulassen. Aber da mache ich mir keine Sorgen, denn das Feiern liegt uns Neustädtern, glaube ich, ganz gut. Und so wird es auch in der 65. Jubiläumssession viele weitere Gelegenheiten geben, bis der große Karnevalsumzug am 3. März den karnevalistischen Höhepunkt erreicht. Dieses Datum ist in diesem Jahr relativ spät und das heißt für alle Karnevalsmuffel: Durchhaltevermögen, denn die Session wird ziemlich lang.

Ein weiterer wichtiger Baustein in unserem Kulturkalender war und ist unser Neustädter MusikSommer. Im vergangenen Jahr beging der Neustädter MusikSommer seine 12. Auflage. Über 25.000 Besucher haben seither 68 Musik-Sommer Veranstaltungen erleben können, haben die Musik genossen oder haben sich an den völlig unterschiedlichen Spielorten einfach nur einen schönen Abend gemacht. Dabei reichte das Repertoire im vergangenen Jahr wieder vom Chorsinfonischen Konzert in unserer Stadtkirche, über ein Konzert mit Fee Badenius in der Burgkappelle Arnshaugk, einem bezaubernden Sommerabend im Stadtpark mit der Jindrich Staidl Combo, über A-capella Musik mit der Gruppe HörBänd oder dem Neustädter Sinfoniekonzert, jeweils im Augustinersaal. Wie in jedem Jahr war ein absoluter Höhepunkt im Rahmen unseres Neustädter MusikSommers "Classics unter Sternen" hier auf unserem Neustädter Marktplatz. Und so darf ich meinen herzlichsten Dank der Kreissparkasse Saale-Orla aussprechen. Ohne unsere Kreissparkasse wäre dieses wunderbare Open-Air-Highlight in Neustadt an der Orla wohl nicht möglich. Übrigens wird "Classics unter Sternen" in diesem Jahr am 1. Juni auf unserem Marktplatz stattfinden. Karten hierfür sind bereits erhältlich, wie auch für die weiteren Veranstaltungen des Neustädter MusikSommers 2019.

Und so ist es uns gelungen, wieder tolle Künstler zu binden. So treffen am 12. Juli die Musiker von "Placebo Flamingo" im Stadtpark auf das Kabarettprogramm "Power sucht Frau", bis uns dann das international renommierte Signum Saxophon Quartett am 26. Juli in der Kirche Neunhofen zu konzertanten Musikerlebnissen führt. Und wie Sie bemerken, macht auch unser Neustädter MusikSommer selbstverständlich in den Ortsteilen Station.

Erstmalig werden auch die Fleischbänke mit in den MusikSommer-Spielplan aufgenommen, denn hier wird es am 23. August mit der "Schönen Magelone" von Johannes Brahms ein kulinarisches Gesamtpaket zu erleben geben, bestehend aus Essen und wunderschöner Musik. Erstmalig an einem Mittwoch, es wird der 14. August sein, wird es in der Burgkapelle Arnshaugk ein erstaunliches dreidimensionales Klangerlebnis geben, und natürlich wird das Sinfoniekonzert im Augustinersaal am 6. September wieder den Abschluss bilden. Sie sehen also, meine Damen und Herren, auch in diesem Jahr wird es wieder ein breites Spektrum von niveauvollen Veranstaltungen geben, die aber nur durch entsprechende Unterstützer möglich sind.

So möchte ich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Sponsoren und Unterstützern bedanken. Nur durch ihre Bereitschaft zur Förderung ist es uns möglich, kulturelle Veranstaltungen in dieser Breite und in dieser Vielfalt durchzuführen. Dieses trifft aber auch auf unser alljährliches Brunnenfest zu. Im vergangenen Jahr, beim 31. Bornquas, konnten rund 2.500  Besucher über die drei Veranstaltungstage den Präsidenten der Neustädter Schützengesellschaft, Ralf Roth, als den 31. Brunnenmeister begrüßen.

Im diesem Jahr wird unser traditionelles Brunnenfest vom 14. - 16. Juni stattfinden. Neben einem vielfältigen und bunten Programm an allen drei Tagen, wird es am Samstagabend mit Albert Hammond einen international renommierten Musiker zu erleben geben und am Sonntagnachmittag wird im Rahmen unseres Neustädter Musikmarktes mit Fools Garden ebenfalls interessante internationale musikalische Kost zu erleben sein. Also meine Damen und Herren, vom 14. - 16. Juni ist Urlaubssperre, da geht's zum 32. Bornquas.

Der Bundestagsabgeordnete Weiler beim Walzer mit der Sopranistin

Aber, sehr geehrte Gäste, außer Neustädter MusikSommer und Brunnenfest wird es natürlich eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen geben. Allein in unserem AugustinerSaal, der sich im Übrigen inzwischen auch über Neustadts Grenzen hinaus zu einem geschätzten und begehrten Veranstaltungsort entwickelt hat, wird es in 2019 eine Vielzahl von weiteren Veranstaltungen geben. Ob Neujahrskonzert, Operettengala, Kinderkonzerte, Kammermusiken oder zwei Homagekonzerte, zum einen für Joy Fleming und zum anderen für die Rolling Stones, ob Lesungen oder die Veranstaltungen des Neustädter KinoSommers - alles trifft sich in unserem AugustinerSaal. Ebenso auch die Vorträge unseres Fördervereines für Stadtgeschichte, die einmal mehr für die Vielfalt des Neustädter Kulturlebens stehen.

Bei Ihnen allen, die sich im Ehrenamt engagieren, die durch Ihre Ideen und Ihre Bereitschaft dazu beitragen, dass wir hier in Neustadt an der Orla ein breitgefächertes kulturelles Angebot anbieten können, bei all den Ehrenamtlichen möchte ich mich an dieser Stelle einmal mehr bedanken. Und zu den Veranstaltungen gehören auch die zahlreichen Veranstaltungen durch die Vereine, und da denke ich im letzten Jahr besonders an das Septemberfest der Vereine, das im Rahmen des 40jährigen Jubiläums des Freizeitsportvereines stattfand und das erstmals durch sechs Vereine organisiert und durchgeführt wurde. Da denke ich an die traditionellen Veranstaltungen, wie Maibaumsetzen in der Stadt und den Ortsteilen oder an die zahlreichen Veranstaltungen in all unseren Ortsteilen, wie das Teichbergfichtenfest in Moderwitz, die Lichtenauer Kirmes, das Breitenhainer Waldgeistglühen oder den Neunhofner Weihnachtsmarkt - ohne das Engagement der jeweiligen Vereine und natürlich der Bürgerinnen und Bürger vor Ort wäre dies nicht möglich. Dafür herzlichen Dank.

Meine Damen und Herren,

wenn wir über Kultur in Neustadt reden, dann reden wir natürlich auch über das Lutherhaus, die Stadtbibliothek, das Historisches Archiv und unser Stadtmuseum. All diese Einrichtungen waren auch in 2018 ein gewichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Neustadt.

Allein unser Lutherhaus konnte im Jahr 2018 über 1500 Gäste begrüßen, die unser begehbares Schaudenkmal entweder auf eigene Faust erkundeten oder von der Möglichkeit einer Führung Gebrauch machten. Höhepunkt waren sicherlich die Präsentationen des Lutherhauskataloges und der Lutherhaus App, die nun auch in englischer Sprache zur Verfügung steht. Ein Höhepunkt in diesem Jahr wird im Lutherhaus, wie auch in vier weiteren Museen im Saale-Orla-Kreis, ein Ende Juni stattfindendes Programmwochenende zu "25 Jahre Saale-Orla-Kreis" und "25 Jahre Kreissparkasse" Saale-Orla sein. Hier kann man schon ganz gespannt sein.

Auch unsere Stadtbibliothek wurde 2018 von den Bürgerinnen und Bürgern jeder Altersgruppe stark frequentiert und vielfältig genutzt. Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, die neben dem alltäglichen Geschäft angeboten wurden, konnten noch mehr Kinder und Jugendliche erreicht werden, ganz abgesehen von den vielen Gästen, die zu den Lesungen und Buchvorstellungen begrüßt werden konnten. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Förderverein "Freunde der Bibliothek", die die Arbeit unterstützten, Bücherflohmärkte organisierten und immer wieder bei verschiedenen Veranstaltungen mit zur Seite standen. So sicherlich auch in diesem Jahr, wenn wieder zahlreiche Veranstaltungen stattfinden sollen. Ganz besonders möchte ich Ihnen allen aber die beiden geplanten Familientage im Frühjahr und Herbst ans Herz legen, an denen die Bibliothek samstags ganztägig geöffnet sein wird und mit vielen Angeboten rund um Literatur aufwartet.

Erwähnen möchte ich natürlich auch unser Stadtmuseum. Mit der historischen Schaudruckerei konnten wir einen Bereich etablieren, der uns sicherlich von anderen Museen unterscheidet. Unter   sach- und fachkundiger Anleitung können die Arbeitsprozesse des Druckhandwerks aus der Zeit um 1900 noch besser erlebbar gemacht werden. Herzlichen Dank an die Ehrenamtlichen, die immer wieder mit viel Engagement ihre Kraft und Freizeit daran setzen, das Druckhandwerk erlebbar zu gestalten.

Ein herzliches Dankeschön auch der Museumsgruppe aus dem Verein der Neustädter Natur- und Heimatfreunde e.V. für die Zeit und Mühen, die im zurückliegenden Jahr aufgewendet wurden, um bei allen Dingen rund um die Ausstellungen zu helfen, wo Hilfe nötig war.

In unserem Museum für Stadtgeschichte wird es 2019 auch wieder verschiedene Sonderausstellungen geben, unter anderem wird die Ausstellung "Neustädter Maler zwischen Handwerk und Kunst" zu sehen sein.  Damit wird der Ausstellungsreigen aus 2018 weiter fortgesetzt, wo allein fünf Sonderausstellungen im großen Saal stattfanden.

Stellvertretend hierfür möchte ich die Ausstellung zu "200 Jahre Neustädter Kreisbote" nennen. Denn unser Amtsblatt feierte ein ganz besonderes Jubiläum und erfreut auch 200 Jahre später noch vierzehntägig die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Nicht unerwähnt soll auch die Ausstellung zum Thema "100 Jahre Ende Erster Weltkrieg" bleiben. Denn diese resultierte aus einer ganzen Erinnerungswoche im November. Dem Thema haben wir viel Zeit, Raum und Aufmerksamkeit geschenkt, weil es gerade in der heutigen Zeit einmal mehr wichtig ist, den Menschen aufzuzeigen, wohin irrsinniger Fanatismus führen kann. Neben der Ausstellung, dem Themenabend im Orlatal-Gymnasium und dem Historischen Vortragsabend war der Höhepunkt sicherlich der gemeinsame Gedenkakt mit unseren Freunden aus unserer belgischen Partnerstadt Oostduinkerke am 9.11. mit der zehn Stunden dauernden Verlesung aller Gefallenen aus Neustadt an der Orla seinen Ortsteilen und aus Oostduinkerke. Eine würdige Veranstaltung, die uns Respekt und Anerkennung auch außerhalb von Neustadts Grenzen eingebracht hat. Auch hierfür an dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank allen, die zum Gelingen dieses Veranstaltungsreigens beigetragen haben, allen voran unserem Vereinsvorsitzenden des Fördervereins für Stadtgeschichte und Vorsitzender des Ausschusses Bildung, Kultur und Soziales, Prof. Dr. Werner Greiling.

Und so wie wir mit unseren belgischen Freunden gemeinsam gedachten, spielte das Thema Partnerschaften und Partnerstädte im vergangenen Jahr eine ebenso große Rolle. Neben unserem alljährigen Fünf-Städte-Treffen, diesmal in der Partnerstadt Biedenkopf und dem Neustadttreffen im polnischen Nove Miasto nad Pilica gab es ein Jubiläum, dessen wir im vergangenen Jahr besonders gedachten: 25 Jahre Städtepartnerschaft mit unseren Freunden aus Laupheim. Und ich kann mich noch gut an die bewegende Rede von Klaus Mailbeck zu unserer Geleitstunde im Juni erinnern, als er nochmal deutlich machte, wie wichtig die damalige Unterstützung für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt gewesen ist. Deshalb ein großes Dankeschön hier und heute noch einmal an unsere Laupheimer Freunde.

Neues gibt es auch aus dem Bereich des Tourismus zu berichten. Was in manchen Sport- und Kulturvereinen schon längst gelebte Praxis ist, wurde nun auch auf Verwaltungsebene umgesetzt. Erstmalig haben wir gemeinsam mit der Stadt Pößneck einen gemeinsamen Messestand auf den einschlägigen Tourismusmessen in Erfurt und Leipzig geteilt und werden dies im Februar in Nürnberg fortsetzen. Unter dem Titel: "Orlaregion erleben - Zwischen Cranach und Industriekultur" wird es ab kommender Woche eine neue Imagebroschüre geben, mit welcher wir nun gemeinsam die Vermarktung der Region voranbringen wollen. Und 2019 soll auch an einem gemeinsamen Tourismuskonzept gearbeitet werden. Denn ich glaube fest daran, dass es viele Dinge gibt, bei denen man gemeinsam mehr erreichen kann. Wo gemeinsame Projekte letztlich auch zu Einsparungen in beiden Haushalten führen können und beide Städte letztlich davon profitieren.

Aber meine lieben Neustädterinnen und Neustädter,

keine Angst, ich bin kein eingeschleuster Pößnecker, ich bin mit ganzem Herzen Neustädter und glaube immer noch, die Pößnecker werden es mir verzeihen, dass das Schönste an Pößneck der Bus nach Neustadt ist.

Meine Damen und Herren,

jetzt haben wir viel über Kultur und Tourismus gesprochen, natürlich gehören zu diesem Bereich auch unsere zahlreichen Vereine. Hierzu zählen 12 Kulturvereine, sechs Karnevalsvereine mit ihren zahlreichen Gruppen und Garden und 17 Sonstige Vereine. In den insgesamt 18 Neustädter Sportvereinen wird vom Fußball bis zum Tennis, vom Badminton bis zum Kegeln eine große Breite an sportlichen Möglichkeiten geboten. Damit dies möglich ist, bedarf es natürlich auch vieler engagierter Bürger, die bereit sind, einen großen Teil Ihrer Freizeit aufzuwenden, um als Übungsleiter oder in Vorständen Verantwortung zu übernehmen. Ihnen allen gilt mein Respekt und mein Dank, verbunden natürlich mit dem Wunsch auch zukünftig nicht nachzulassen.

Deshalb möchte ich auch heute wieder die Gelegenheit nutzen, um mich ganz persönlich bei zwei Menschen aus dem Bereich des Ehrenamtes zu bedanken und sie zu würdigen, die sich außergewöhnlich um ihre jeweiligen Vereine bemühen und sich damit auch um unsere Stadt verdient gemacht haben. Als erstes möchte ich Birgit Braun danken. Frau Birgit Braun ist seit über 15 Jahren Vorstandsmitglied im Kultur- und Heimatverein Moderwitz e.V. Sie war in dieser Zeit immer an den Vorbereitungen und Durchführungen verschiedenster Veranstaltungen aktiv eingebunden und auch bei allen anderen Dingen, die den Verein betreffen ist Birgit Braun immer dabei. Und dies alles im Ehrenamt. Eine große Leidenschaft von Birgit Braun ist es, Veränderungen im Ortsteil Moderwitz mit der Kamera zu dokumentieren und sämtliche Veranstaltungen im Ortsteil im Bild festzuhalten. Sie ist bei der Ausgestaltung von Ausstellungen und bei der Organisation des gesellschaftlichen Lebens in Moderwitz nicht wegzudenken. Deshalb möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, um mich im Namen der Stadt Neustadt recht herzlich für ihr Engagement bedanken.

Birgit Braun wurde für ihr Engagement im Ortsteil Moderwitz gedankt
Für sein Engagement um die Nachwuchsarbeit im Fußball wurde Steffen Engler geehrt

Zum Zweiten möchte ich mich bei Steffen Engler bedanken. Steffen Engler ist seit gefühlten einhundert Jahren Mitglied im Sportverein Blau Weiß `90 Neustadt e.V. und ist dort als Übungsleiter und Leiter der Nachwuchsabteilung im Ehrenamt tätig. Zudem ist er als beratender Bürger im Ausschuss Bildung, Kultur und Soziales tätig. Steffen Engler ist für die Organisation des Nachwuchsbereiches im Verein nicht wegzudenken, kümmert sich um den Aufbau der Nachwuchsabteilung bis zur Planung des Spielbetriebes für den Bereich und eigentlich um fast alles, was mit der Organisation zu tun hat. Er ist aktiv, wenn es um städtische Belange geht und sagt nie Nein, wenn seine Hilfe gefragt ist. Steffen Engeler zu Hause zu erreichen ist fast unmöglich, bessere Chancen ihn zu erreichen hat man wohl auf dem Sportgelände. Lieber Steffen, vielen Dank für Dein Engagement.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste,

im letzten Teil meiner diesjährigen Neujahrsansprache möchte ich Ihnen noch ein paar interessante Zahlen mit auf den Weg geben. Wie man bereits aus der Presse entnehmen konnte, werden in diesem Jahr verschiedene Gremien neu gewählt. Neben den Europawahlen, den Landtagswahlen und den Kreistagswahlen werden auch die Stadträte neu gewählt.

Geschehen soll dies am 26. Mai. Dies bedeutet, dass die Legislaturperiode des bisherigen Stadtrates am 31. Mai endet. In der zu Ende gehenden Legislatur wurden dann 217 Stadtrats- und Ausschusssitzungen durchgeführt und dabei bisher 1.501 Beschlüsse gefasst. Wenn man bedenkt, dass die Sitzungen im Durchschnitt 2-3 Stunden dauern, dann kann man an den Zahlen schon erkennen, wie viel Zeit aufgewendet werden muss, um lokale Entscheidungsprozesse zu begleiten. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch den Stadträten meinen herzlichsten Dank aussprechen. Ich hoffe und wünsche mir, dass es uns auch in der neuen Legislaturperiode, mit dem neu gewählten Gremium gelingt, gemeinsam kluge und richtungsweisende Entscheidungen zum Wohle unserer Stadt zu treffen.

Sehr geehrte Gäste,

interessante Zahlen gab es auch bei der Einwohnerentwicklung unserer Stadt. Betrug die Einwohnerzahl zum 1. Januar 2018 noch 8.083 Einwohner, so sind es zum 1. Januar 2019 8.347 Einwohner. Dies liegt zum einen natürlich an der Eingemeindung der Gemeinde Stanau, denn dadurch kamen 124 Einwohner dazu, aber auch die Geburten sind in unserer Stadt auf gleichbleibendem Niveau. So erblickten 61 kleine Mädchen und Jungen das Licht der Welt und wohnen nun in unserer Mitte. Einige unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger mussten sich leider 2018 von einem lieben Angehörigen verabschieden, denn für 153 Einwohner endete 2018 der Lebensweg.  Durch Wegzüge und aus verschiedenen anderen Gründen haben wir 355 Menschen verloren. Dem gegenüber haben 321 Menschen Ihren Lebensmittelpunkt hier in Neustadt an der Orla gefunden. Und auch das Heiraten war in Neustadt wieder gefragt, 41 Paare gaben sich in unserem Standesamt das Ja-Wort, dies waren fast genauso viel wie im Vorjahr, da waren es 42.

Ein Prosit wünschen auch die Kräfte von Feuerwehr und Polizei

Interessante und wichtige Zahlen bekommen wir auch, wenn wir einen Blick auf die Einsätze der Kameradinnen und Kameraden unserer freiwilligen Feuerwehr werfen. Waren es 2017 noch 115 Einsätze, mussten unsere Kameradinnen und Kameraden 2018 bei 155 Einsätzen Brände löschen, Hilfe bei Verkehrsunfällen leisten, bei Sturmschäden den Menschen vor Ort helfen, die Sanitäter des Rettungsdienstes unterstützen oder einfach nur verschlossene Türen öffnen. Das zeigt einmal mehr, wie vielfältig die Aufgaben der Feuerwehr geworden sind, zeigt aber auch gleichzeitig wie wichtig gute Ausbildung, gute Ausrüstung und vernünftige Bedingungen für unsere Kameradinnen und Kameraden sind. Und hier sind meines Erachtens alle gefragt, natürlich die Stadt, aber eben auch Bund, Land und Kreis. 

Wenn man immer neue, verschärftere und strengere Vorschriften und Richtlinien erlässt, dann muss man sich auch im Klaren darüber sein, dass dies Geld kostet. Die Freiwillige Feuerwehr ist aus meiner Sicht längst keine Feuerwehr im klassischen Sinn mehr, sondern viel mehr sind sie inzwischen Helfer und Retter für alle möglichen Katastrophen geworden. Und dafür möchte ich hier und heute allen 200 Kameradinnen und Kameraden unserer Freiwilligen Feuerwehr meinen herzlichen Dank aussprechen. Ich ziehe den Hut vor dem, was durch Euch im Ehrenamt geleistet wird.

Meine Damen und Herren,

bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich noch einmal die Gelegenheit nutzen, um allen Bürgerinnen und Bürgern zu danken, die durch Ihr Engagement unheimlich viel zum Gemeinwohl in unserer Stadt beigetragen haben. Dazu gehören die Menschen in den Wohlfahrtsverbänden, in den Vereinen, den Kirchen, den Bildungseinrichtungen, Kindertageseinrichtungen sowie den weiteren gesellschaftlichen Organisationen unserer Stadt.

Besonders möchte ich mich auch bei den Unternehmen unserer Stadt bedanken, die nicht nur den Menschen hier Arbeit, den Jugendlichen Ausbildungsplätze und Perspektive geben, sondern auch zirka fünf Millionen Euro an Gewerbesteuern in den städtischen Haushalt einbrachten. Dafür meinen allergrößten Respekt, verbunden mit dem herzlichsten Dank und allergrößter Wertschätzung. Ebenso bedanken möchte ich mich auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtwerke und der Dienstleistungsgesellschaft, allen voran dem Geschäftsführer Reiner Greiling, der immer bereit ist, mit mir gemeinsam Lösungen für die unterschiedlichsten Interessenlagen zu finden. Mein Dank gilt auch der Wohnring AG für die stets vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit. Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, gemeinsam wieder mehr Projekte umzusetzen. Ich bin froh, solch zuverlässige und starke Partner an der Seite zu haben, wohlwissend dass auch hier die Herausforderungen in der Zukunft nicht leichter werden.

Meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste, liebe Neustädterinnen und Neustädter,

ich habe nun eine kleine Bilanz des Jahres 2018 gezogen, habe über die Vorhaben und die Ziele im Jahr 2019 gesprochen, habe Sie mit Statistiken und Zahlen strapaziert. Doch bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich noch ein paar ganz persönliche Worte an Sie richten.

Natürlich werfen die Herausforderungen des bevorstehenden Jahres bereits ihre Schatten voraus und sie verlangen von uns Lösungen und entschiedenes Handeln. Die Stadt Neustadt an der Orla wird sich verändern, es werden weitere Ortsteile hinzukommen, mit ihnen Menschen, die wie wir alle Lösungen für ihre Probleme einfordern werden. Dies wird von uns allen noch viel mehr Kompromissbereitschaft, Respekt und Wille zur Kooperation verlangen.

Mein eigenes, aber auch unser aller Ziel sollte es dennoch sein, die Stadt Neustadt mit allen ihren alten und neuen Ortsteilen als eine Stadt weiter auszubauen, in der man gern wohnt, erfolgreich arbeitet, mit Freude lernt und investiert, gern seine verdiente Freizeit verbringt und seinen wohlverdienten Lebensabend genießen kann.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals unsere vielen engagierten Menschen bitten, nicht nachzulassen und denjenigen, die in ihrem Engagement bisher zurückhaltend waren, möchte ich sagen: Bringen Sie sich ein, zeigen Sie Interesse und helfen Sie dabei, das Niveau in unserer Stadt hoch zu halten. Nur mit Ihrem Engagement können wir auch zukünftig unsere Stadt weiter entwickeln und den Menschen in unserer Stadt etwas bieten.

Ich wünsche Ihnen allen nochmals ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019, lassen Sie sich nicht unterkriegen, denken Sie positiv, seien Sie aufgeschlossen wenn es um neue Dinge geht. Und bleiben Sie dennoch kritisch. Haben Sie viel Freude und Spaß bei dem was das neue Jahr für Sie bereit hält und genießen Sie die Zeit.

Sehr geehrte Gäste, liebe Neustädterinnen und Neustädter,

ich habe in meinen Ausführungen selbstverständlich einige kritische Dinge angesprochen, habe aber besonders Wert darauf gelegt die positiven Bilanzen und Ausblicke in den Vordergrund zu stellen. Inzwischen kennen Sie mich und wissen, dies ist meine Grundeinstellung. Und bevor ich Sie, wie eingangs bereits erwähnt, nun noch zu ein paar netten Gesprächen und einem Glas Sekt einladen darf, möchte ich Sie wie jedes Jahr mit einem Hinweis verabschieden: Bleiben Sie besonnen, wenn Ergebnisse sich nicht gleich einstellen oder wenn nicht alles gleich so funktioniert, wie Sie sich es vielleicht vorgestellt haben. Bleiben Sie offen und interessiert für neue Herausforderungen und verlieren Sie nie Ihre positive Grundeinstellung.

Und sollten Sie sich doch über jemanden ärgern, dann denken Sie einfach daran: Es gibt Menschen, die der lebende Beweis dafür sind, dass ein komplettes Versagen des Gehirns nicht zwangsläufig zum Tod führt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, viel Gesundheit, bleiben Sie interessiert und unserer Stadt Neustadt an der Orla gewogen.

Ihr Ralf Weiße