Neustadt an der Orla
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Stanau

Stanau liegt ganz idyllisch nordwestlich von Neustadt in einem schmalen Tal auf Buntsandsteinboden und ist umgeben von weiten Wiesen und Feldern. Im Stanauer Grund befinden sich malerische Teiche und auch der Wald ist nicht weit.  Zudem blickt der kleine Ort auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im 11. Jahrhundert erwähnt wurde er im späten Mittelalter nach Neunhofen eingepfarrt. Schon 1692 wurde eine Kupferschmelzhütte errichtet, in welcher Kupfererze aus dem gesamten Orlatal eingeschmolzen wurden. Noch heute existiert die 1822 geschlossene Hütte, die ab 1892 als Gaststätte und Gästehaus betrieben von vielen Wanderern als lohnendes Ziel in den Blick genommen wurde. Heute ist das Anwesen in Privathand.

Eine weitere kulturhistorische Besonderheit ist das kleine Kirchlein, welche bereits im Hohen Mittelalter erbaut wurde und noch heute romanische Bauelemente, wie die Apsis besitzt. Viele Generationen von Stanauern haben das Kirchlein erhalten. Und einigen Umgestaltungen erstrahlt es seit zwei Jahrzehnten in einem kräftigen Rot-Ocker-Farbton. In dieser Kirche befindet sich herausragende Orgel aus dem Jahr 1742. Angefertigt vom Silbermann-Schüler Christian Ernst Friederici gelangte das wertvolle Instrument durch einen Verkauf 1865 von Ottendorf nach Stanau und erklingt bis heute in einem authentischen Klangideal des Barock. Einem couragierten Stanauer Schmied ist es zu verdanken, dass die Orgelpfeifen nicht dem Kriegseifer des Ersten Weltkrieges zum Opfer fielen und eingeschmolzen wurden, da er sie bis 1918 gut versteckt hielt.

Viele gibt es in dem Straßenangerdorf noch zu entdecken:

So erzählt eine Geschichte von einem strengen Grenzwächter und dessen Söhnen, dass sie aus Sorge, die Grenze zu halten sich entzweiten und in einem Bruderstreit den Tod fanden. Die befestigte Holzburg, die als Grenzfeste diente und ihnen ein Dach bot, wurde daraufhin niedergebrannt.

Weiter kann man der Geschichte des Obstweinküfers Fischer nachgehen, der als Musiker das Winzerhandwerk an Rhein und Mosel erlernte und nach dem Tod des Vaters in Stanau eine Schänke öffnete, die seine Weine bis in die Niederland bekannt machte. Ebenso gefragt waren seine Tropfen bei den Jenaer Studenten, die ihm des Öfteren die Zeche prellten.

Auf schönen Wanderungen durch die Wälder, der Flur Richtung Meusebach, kann man das Jagdhaus finden. Schon die Fürsten des 16. Jahrhunderts liebten es, um Stanau auf Auerhahnjagd zu gehen. So wurde später eine Hütte errichtet, die zum Ausruhen einlud.

Stanau ist ein liebenswerter Ort, der so manche Geschichten zu erzählen weiß. Gehen Sie auf Entdeckungstour und lassen Sie sich von malerischen Fachwerkhäusern, dem kleinen Tal mit weiten Wiesen verzaubern.

Stanau wurde 2019 nach Neustadt an der Orla eingegliedert.