Neustadt an der Orla
Ich binTouristBürger

Lichtenau

Lichtenau liegt nordwestlich von Neustadt an der Orla im bewaldeten Buntsandsteingebiet in einer Quellmulde an der Straße nach Kahla. Schon im Mittelalter führte eine Handelsstraße von Schleiz über Neustadt nach Jahla, Jena, Naumburg und auch durch Lichtenau. Die heutige Straße wurde in den 1830er Jahren ausgebaut. Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1484 überliefert, in einer Arnshaugker Amtsrechnung, die den Michaeliszins für Lichtenau ausweist und im Hauptstaatsarchiv Weimar aufbewahrt wird. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte Lichtenau mit 22 weiteren Orten zum damaligen Amt Arnshaugk.

Es bestand keine Zugehörigkeit zu einem Rittergut, weshalb keine Frondienste zu leisten waren. Im 16. und 17. Jahrhundert war hier der Sitz eines sächsischen Forstmeisters. Die Einwohner besaßen kleine Landwirtschaften und waren als Handwerker, Waldarbeiter, Holzfäller, Scheitflößer, Köhler, Pechbrenner und Wildheger tätig. Die Kirche wurde unter Nutzung eines älteren Baus 1730 errichtet, 1825 repariert und 1881 im Inneren renoviert. 1825 wurde sie mit einer Orgel der Firma Gerhardt in Dornburg usgestattet.

Die ursprünglich zwei Glocken wurden im 1. Weltkrieg eingeschmolzen. 1920 erwarb die Kirchgemeinde zwei neue Glocken, von denen eine allerdings im 2. Weltkrieg wieder abgeliefert werden musste. Die Parochiezugehörigkeit hat einige Male gewechselt. Bis zur Reformation gehörte die Kirche zu Parochie Breitenhain, dann zu Trockenborn und später zu Neustadt und wird heute vom Kirchspiel Kahla-Hummelshain betreut. Im Ort befindet sich eine heilpädagogisch orientierte Jugendhilfeeinrichtung, dessen Träger die Arbeiterwohlfahrt Sozialmanagement gGmbH ist.
Lichtenau wurde 1994 nach Neustadt an der Orla eingemeindet.